Montag, 2. Februar 2015

Die Geburt





Ich habe lange überlegt ob ich euch an meiner Geburt teilhaben lassen möchte, da es sehr privat ist. Bin dann zum Entschluss gekommen, dass ich dies gerne machen möchte, da es mir sehr geholfen hätte, wenn ich im Voraus etwas auf einem CH oder DE Blog gelesen hätte.  

Am 29.12.2014  bin ich kurz vor elf schlafen gegangen. Plötzlich spürte ich identische Schmerzen wie bei der Regel. Danach drehte ich mich auf die andere Seite um und merkte, dass ich auf die Toilette musste und da ist schon die Fruchtblase geplatzt. Ganz entspannt duschte ich bevor wir uns auf den Weg zur Klinik machten. Als wir ankamen, wurde ich von der Hebamme in der Klinik, Villa im Park (Rothrist), kontrolliert und da stellte sie fest, dass ich bereits die Hälfte "überstanden" hätte. Sie war extrem erstaunt, dass ich bis dahin keine grossen Schmerzen gespürt habe.

Die Geburtszimmer in der Villa im Park sind sehr ansprechend, das Licht ist gedämmt und die Farben in einem sanften rosa. In diesem gemütlichen Zimmer befinden sich eine grosse Badewanne für die Wassergeburt und ein Geburtsstuhl sowie viele Hilfsmittel um die Geburt zu erleichtern. Ich empfehle den werdenden Müttern richtig zu atmen, ich habe anfangs einer Wehe Luft geholt und diese ganz langsam, wie wenn man eine Kerze ausbläst, herausgelassen. Zuvor war ich auf keinem Geburtskurs und die Hebamme war sehr zufrieden. Die richtige Atemtechnik erleichtert die Schmerzen ungemein, da ich auch ohne diese Technik einige Wehen durchgehalten habe um den Unterschied zu sehen. Nach 7 Stunden Wehen, musste ich einen Kaiserschnitt machen und die Erinnerungen an dies sind für mich etwas verschwommen.

Mein Mann wurde in ein Zimmer zum Umziehen gebracht und mir wurde die PDA gelegt, welche auch innerhalb weniger Sekunden wirkte. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass der Kaiserschnitt ein positives Erlebnis war. Man spürt, dass etwas gemacht wird, aber man empfindet keinen Schmerz. Ich wurde auch nicht an den OP-Tisch gefesselt, wie man es vielleicht aus den USA kennt, sondern durfte meine Arme frei bewegen. Mein Mann war die ganze Zeit neben mir. Den Schnitt spürt man leicht, wie wenn man mit einem stumpfen Gegenstand über die Haut fährt. Danach wurde die Haut gerissen. Diese gewebeschonende Methode nennt sich auch „sanfter Kaiserschnitt“. Ich fühlte nur leicht wie das Baby aus meinem Bauch herausgeholt wurde und unser Sonnenschein die ersten Schreie von sich gab. Sie zeigten uns kurz das Baby und führten es zur Vorbereitung auf die grosse Welt in das Nebenzimmer, wo auch mein Mann mit durfte. Währenddessen wurde ich vom Fachpersonal unterhalten und nach wenigen Minuten wurde unser Sohn mir auf die Brust gelegt. Danach habe ich nichts mehr mitbekommen, da ich von seinem Anblick so überwältigt war. Es war der schönste Moment in unserem Leben und wir liessen unseren Emotionen freien Lauf. Nach ca. 30 Minuten wurde ich wieder in das Geburtenzimmer gebracht, wo mein Sohn kontrolliert wurde und wir 2.5  Stunden warteten bis ich wieder meine Beine bewegen konnte. Danach wurde ich ins Wochenbett gelegt und durfte bereits nach weiteren 3 Stunden aufstehen. Dies ist keine leichte Aufgabe, da sich die Gebärmutter wieder zusammenzieht und dies sehr schmerzhaft ist (was auch bei einer Normalgeburt der Fall ist). Die Schnittwunde vom Sectio spürte ich kaum. Es war nur ein leichtes Brennen zu spüren. Die Nachwehen, verursachen die grössten Schmerzen sowie die ausgedehnten Mutterbänder, welche wieder in die ursprüngliche Form in einem Rekordtempo zurück möchten. 


Am Tag darauf konnte ich bereits normal aufstehen, mein Baby wickeln und im Krankenhaus herumlaufen. 4 Tage später war ich auch schon zuhause und fühlte mich sehr gut. Hoffentlich kann ich mit meiner Erfahrung einigen Frauen die Angst vor einem Kaiserschnitt wegnehmen. Nun geniessen wir jede Sekunde mit unserem Kind, welches das tollste Geschenk Gottes ist.